Schon die Handschrift des 72 jährigen  Malers mit feinen Linien würde man unter hunderten mühelos wieder erkennen. Sie ist nicht nur leicht lesbar, sie ist einfach schön. Das finden viele auch beim Anblick der Zeichnungen und Aquarelle von Jürgen Meyer-Andreaus. Er ist gelernter Architekt und Städtebauer, war Hochschullehrer im Ausland und Bayerischer Regierungsbaumeister. Seit 1988 befasst er sich intensiv mit Aquarellmalerei. Produktive Technik und gefühlvolle Malerei sind für ihn kein Gegensatz, sondern bewusst gestalteter Kontrast. Daraus folgt die malerische Formel. Jedes gute Aquarell muss Kontraste haben, hell - dunkel, groß - klein, verdichtet - kleinteilig oder kleinteilig - großflächig. So entstehen unverwechselbare Bilder.

Er ist ein durch und durch bodenständiger Mann, wenn auch mit weitläufigen Erfahrungen.

Nach dem Abitur hat der in Wittenberge in der Mark Brandenburg geborene Maler erst einmal Steinmetz im väterlichen Betrieb gelernt. 1955 folgte ein Architekturstudium in Berlin, ab 1962 die Tätigkeit als Architekt in Stockholm. Von 1967  - 1969 lehrte er an der Universität in Mexiko-Stadt. Ab 1970 nahm er in München das Zeitstudium des Städtebaus, beendete nach den beiden Examina mit dem schönen Titel eines Regierungsbaumeisters, ehe er ein Jahr später für Landes und Regionalplanung in Augsburg  zuständig wurde und danach in München bei der Bezirksregierung von Oberbayern. Von 1991 bis zu seiner Pensionierung machte er Öffentlichkeitsarbeit im Bayerischen Umweltministerium.

Befragt, seit wann er zeichnet sagt er:  „Seit dem er auf den Tisch gucken kann“. So malte er schon in seiner Zeit als Beamter des höheren Dienstes. Zwanzig Jahre lang lieferte er an die renommierte Süddeutsche Zeitung Bilder und merkte, dass die Leser seine Zeichnungen gerne ausschnitten. Doch das Schwarz-Weiß-Korsett der Zeichnung wurde ihm mit der Zeit zu eng, und fand Ende der 80er Jahre in der Malerei mit Farben und Wasser seinen Stil.

Ein Großteil seines heutigen Werkes entsteht auf Baustellen. MA hat die Entstehung vieler bekannter Bauten mit Pinsel auf Papier festgehalten.

Dazu gehören in München die Allianz Arena, die Schrannenhalle auf dem Viktualienmarkt oder das neue Jüdische Zentrum am Jakobsplatz.. MA gilt aber nicht nur in der bayerischen Metropole als malender Dauergast auf allen möglichen Baustellen. In Stuttgart war er bei der Entstehung des neuen Mercedes-Benz Museum, in Dresden an der Frauenkirche. Er hat die Altstadt im sächsischen Meißen porträtiert und war auch einige Male hier in Freiburg und hat wunderschöne Stadtansichten hinterlassen. Als Kosmopolit ist er auch weltweit auf Spuren- und Motivsuche, so in  Prag, Paris, London, sowie auf Reisen nach Nordafrika und Fernost.

Inzwischen ist der Mann mit der Vorliebe für technische und maritime Motive, Präzision und die Liebe zum Detail auch ein gefragter Mallehrer. Ist sich aber nicht zu schade auch bei anderen Meistern dieses Genres Kurse zu belegen, denn seine Devise ist: „Die Schule des Lebens kennt keine letzte Klasse“