Ulrich Lipp

Die Psychologie der Farbe spielt bei den Bildern des Malers Ulrich Lipp eine wichtige Rolle, die auf die Befindlichkeit des Betrachters trifft. Farben sind aber immer zwiespältig zu sehen, denn das, was der Betrachter mit einer Farbe verbindet, kann sehr unterschiedlich sein.

Wichtig für ihre Wirkung ist aber, wie die Farben in den Bildern zueinander gesetzt sind. Es wird deutlich, dass die Vorlieben, die man bei Ulrich Lipps Bildern entwickelt, sehr viel auch über die eigene Befindlichkeit verraten.

Ulrich Lipps Bilder sind ganz aus Farbe aufgebaut, im Malgestus ganz unterschiedlich, mal pointillistisch hingetupft, mal expressionistisch aufgebaut als mehr oder weniger große Farbfelder wie es Emil Nolde oder Alexander Jawlensky in ihren Farblandschaften schon vormachten, schnell, heftig, gestisch, so dass oft ein flirrender, aufgelöster Bildgrund entsteht, der durch das Auge des Betrachters wieder zu einem Ganzen zusammen gesetzt wird. Die Bilder des Künstlers erinnern sehr oft an Landschaften oder Blumenstilleben, obwohl er dies in den wenigsten Fällen beabsichtigt hat. Seine Arbeiten entstehen nach kleinen Farbskizzen auf einem Skizzenblock in Ölpastell, allerdings nicht in der Natur, sondern aus der Erinnerung, aus dem, was mit dem inneren Auge zu sehen ist. Die „Wirklichkeit", die er uns zeigt und die wir zu sehen meinen, ist nicht wirklich die Wirklichkeit, sondern eine Befindlichkeit, eine Gestimmtheit, die bei jedem Menschen anders ausfällt und die nur auf Verabredungen beruht, die wir miteinander zum besseren Verständnis aushandeln.

Wer Augen hat zu sehen und dazu Vorstellungskraft und Fantasie, dem erzählen die Bilder Geschichten, obwohl Ulrich Lipp auf Titel vollständig verzichtet. Geschichten von loderndem Feuer und lodernder Liebe, von Begehren und Auflehnung, von Helligkeit, auf die Schatten folgt, von Waldlichtungen, Kornfeldern, Feldrainen, von Gras, Wasserlilien, einem Mohnfeld mitten im dunkelgrünen Wald, von rot dräuendem Himmel, leuchtend goldenen Sonnenstrahlen, die durch das Gewirr dunkelgrüner Zweige schimmern. Bilder, in deren Anblick versunken wir uns wegträumen dürfen in angenehme Seelenzustände.

Ulrich Lipp weiß um die Kraft der Farben und dem entsprechend gestaltet er seine Bilder. Seine Motive hält er so pur wie möglich, um die Stimmung von sommerlicher Heiterkeit, natürlicher Lebenskraft und ursprünglicher Freude in seinen Bildern zu vermitteln. Und so stimmt das, was Ulrika Evers über die Kunst des Ulrich Lipp schrieb: »Lipps Bilder sind einfach schön und wohltuend, stärkend für einen anstrengenden Alltag, aber deshalb trotzdem nicht einfach.«

Ulrich Lipp wurde 1955 im Allgäu geboren.

Studium der freien Künste an der Hochschule für Bildende Kunst Düsseldorf bei Prof. Koberling und Prof.Krieg

Zunächst freischaffend in Köln - lebt und arbeitet der Künstler seit 1993 im Westerwald.

Seit 1985 zahlreiche Ausstellungen in diversen Galerien und Museen in Deutschland.